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Lagebild Amateurfußball im Saarland    [Ändern]

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VERFASST VON Marc Schaber, 16. September 2026

Im saarländischen Amateurfußball ist die Zahl der Spielabbrüche in der Saison 2025/2026 zurückgegangen. Von insgesamt 22.420 ausgewerteten Begegnungen mit abgeschlossenem Spielbericht wurden 17 vorzeitig beendet. In der vorherigen Spielzeit waren es noch 21 gewesen. Der entsprechende Anteil verringerte sich damit von 0,09 auf 0,08 Prozent.
Auch bei den gemeldeten Gewalt- und Diskriminierungsvorfällen bewegten sich die Werte im Saarland nahezu auf dem Niveau der Vorsaison. In 72 Partien wurde mindestens ein entsprechender Vorfall registriert. Ein Jahr zuvor waren es 73 Spiele gewesen. Weil in der Saison 2025/2026 insgesamt weniger Begegnungen ausgewertet wurden als zuvor – 22.420 gegenüber 23.299 – erhöhte sich der Anteil geringfügig von 0,31 auf 0,32 Prozent.
Bei 46 Spielen wurde mindestens ein Gewaltvorfall gemeldet. Damit blieb diese Zahl gegenüber der Vorsaison unverändert. Einen leichten Anstieg gab es dagegen bei den Diskriminierungsfällen: Mindestens ein solcher Vorfall wurde in 32 Begegnungen erfasst, nachdem es im Jahr zuvor 31 gewesen waren. Im Frauen- und Juniorinnenbereich wurden keine Vorkommnisse registriert.
Die Zahlen für das Saarland sind Teil des bundesweiten Lagebilds Amateurfußball, das der DFB seit zwölf Jahren für jede Saison erstellt. Grundlage dafür sind die elektronischen Spielberichte der Schiedsrichter. Seit der Spielzeit 2014/2015 wird auf diese Weise ermittelt, wie viele Gewalt- und Diskriminierungsvorfälle bei den jeweiligen Landesverbänden gemeldet werden. Spielabbrüche müssen grundsätzlich dokumentiert werden, damit anschließend eine sportgerichtliche Aufarbeitung möglich ist.
Deutschlandweit lagen für die Saison 2025/2026 insgesamt 1,284 Millionen abgeschlossene Spielberichte vor. Bei 5450 Begegnungen wurde mindestens ein Gewalt- oder Diskriminierungsvorfall gemeldet. Damit ging diese Zahl zum dritten Mal nacheinander zurück. Insgesamt waren 0,42 Prozent aller ausgewerteten Spiele betroffen.
Die Zahl der Spielabbrüche entwickelte sich hingegen leicht nach oben. 842 Begegnungen wurden abgebrochen, in der vorherigen Saison waren es 825. Dies entspricht einem Anteil von 0,066 Prozent aller Partien mit abgeschlossenem Spielbericht.
Mindestens ein Gewaltvorfall wurde bundesweit bei 3386 Spielen gemeldet. Der Anteil sank gegenüber der Vorsaison geringfügig von 0,27 auf 0,26 Prozent. Bei den Diskriminierungsvorfällen zeigte sich ebenfalls ein leichter Rückgang. Nach 2398 betroffenen Begegnungen beziehungsweise einem Anteil von 0,19 Prozent in der Vorsaison wurden nun 2315 Spiele und damit 0,18 Prozent registriert. Die erfassten Ereignisse reichen dabei von Bedrohungen bis zu körperlichen Übergriffen.
Ronny Zimmermann, 1. DFB-Vizepräsident Amateure, erklärt: "Insgesamt zeigen die aktuellen Zahlen ein ähnliches Bild wie im Vorjahr. Der leichte Anstieg bei den Spielabbrüchen zeigt, dass es keinen Anlass gibt, sich mit der grundsätzlich positiven Entwicklung der vergangenen Jahre zufriedenzugeben. Ein Spielabbruch ist ein gravierendes Ereignis. Signifikante Einzelfälle prägen die Geschädigten nachhaltig und haben darüber hinaus maßgeblichen Einfluss auf die allgemeine öffentliche Wahrnehmung. Deshalb müssen wir alle im Fußball unsere Anstrengungen, insbesondere in der Präventionsarbeit, weiter intensivieren, um einen respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander zu fördern. Gleichzeitig arbeiten wir daran, die Datenqualität des Lagebilds weiter zu verbessern. Daher rufen wir alle Beteiligten ausdrücklich auf, Vorfälle von Gewalt und Diskriminierung konsequent zu melden."
Zu den Instrumenten der Gewaltprävention im Amateurfußball gehören weiterhin die Kapitänsregel und das DFB-STOPP-Konzept. Beide Ansätze sollen helfen, Konfliktsituationen auf dem Spielfeld zu entschärfen, die Kommunikation zwischen den Beteiligten zu verbessern und Eskalationen möglichst frühzeitig zu verhindern. Ergänzend arbeiten der DFB und seine Landesverbände an Schulungen sowie weiteren Präventions- und Unterstützungsangeboten für Vereine, Schiedsrichter und andere Beteiligte.
Gerade die Unparteiischen gehören weiterhin häufig zu den Geschädigten. In 2100 Fällen wurden Schiedsrichter als Betroffene eines Vorfalls genannt. Noch häufiger traf es Spieler, die in 3245 Begegnungen als Geschädigte aufgeführt wurden. Gleichzeitig waren Spieler in 3689 Partien die am häufigsten genannten Beschuldigten. Zugleich verzeichnet der Schiedsrichterbereich nach den vorliegenden Angaben positive Entwicklungen, darunter eine gestiegene Wertschätzung und seit drei Jahren wachsende Zahlen aktiver Unparteiischer in Deutschland.
Neue Erkenntnisse zum Umgang mit Gewalt und Beleidigungen soll nun ein gemeinsames Pilotprojekt des DFB, der FIFA und des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen liefern. In der Kreisliga B Gelsenkirchen werden Schiedsrichter ab diesem Wochenende mit Bodycams ausgestattet. Ziel ist es unter anderem, die Sicherheit und das Sicherheitsgefühl der Unparteiischen zu erhöhen sowie einen respektvollen Umgang auf und neben dem Spielfeld zu fördern.
Die Kameras zeichnen dabei nicht permanent auf. Im Bereitschaftsmodus werden die jeweils zurückliegenden 30 Sekunden fortlaufend überschrieben. Erst wenn die Spielleitung die Bodycam aktiviert, wird die Aufnahme gespeichert. Das Projekt wurde datenschutzrechtlich geprüft und soll während der verbleibenden Saison wissenschaftlich begleitet werden.
Untersucht werden unter anderem mögliche Auswirkungen auf das Sicherheitsgefühl der Schiedsrichter und auf das Verhalten der Beteiligten. Hierfür sollen Vorfallstatistiken sowie die Zahl der Gelben und Roten Karten mit den Daten der Vorsaison verglichen werden. Zudem sind regelmäßige Befragungen der teilnehmenden Unparteiischen vorgesehen. Nach Abschluss der wissenschaftlichen Begleitung werden die Ergebnisse ausgewertet und sollen anschließend auch in die internationale Bewertung durch die FIFA einfließen.
Bei der jährlichen Nachprüfung der Daten für das Lagebild 2024/2025 waren Fehler im Auswertungsprozess festgestellt und anschließend korrigiert worden. Dadurch reduzierten sich rückwirkend sowohl die Zahl der ausgewerteten Spiele als auch die Zahl der erfassten Vorfälle. Nach den Angaben zum Lagebild waren diese Anpassungen jedoch nicht signifikant und führten zu keiner grundlegenden Veränderung der damaligen Gesamtlage.




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Autor:
Marc Schaber, 16. September 2026

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